Das eigene Haus zu planen und zu bauen bringt viele Entscheidungen mit sich. Eine Familie in der Nähe von München hat ihr Projekt vollendet und genießt nun den Komfort ihres Eigenheims. Entsprechend mit der Materie vertraut, ließen sie auch eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installieren. Der passende Partner dafür fand sich mit dem Lüftungsspezialisten Meltem aus Alling.
Moderne Architektur für das Familienheim
Auf der Wunschliste stand nicht nur eine großräumige Wohnfläche und ein Garten zum Toben und Spielen, auch das Haus selbst sollte bestimmte Kriterien erfüllen. So legten die Bauherren großen Wert auf eine nachhaltige, ökologische Bauweise und eine gute Energiebilanz. Schnell wurde klar: Das Haus sollte in Holzständerbauweise errichtet werden. Die beauftragte Architektin plante ein modern-puristisches Familienheim mit Erd- und Dachgeschoss. Die Dämmung besteht im Bereich der Fassade außen aus einer 60mm Holzfaser-Wärme-Dämmplatte. Der Dachaufbau erfolgte klassisch mit Holzdachstuhl mit Dämmung zwischen den Sparren und einer Aufdachdämmung. Die Verkleidung an der Dachinnenseite wurde mit einer Trockenbaudecke ausgeführt. Für die Beheizung wurde gänzlich auf fossile Wärmeträger verzichtet. Eine Luft-Wasser Wärmepumpe und 10 kWp PV-Anlage mit einem 10 kWh Speicher ermöglichen jederzeit eine angenehme Temperierung unter Berücksichtigung des Eigenstroms.
Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung
Mit dem gewählten Heizkonzept entschieden sich die Bauherren für einen zukunftsweisenden Weg. Besonders wirtschaftlich ist es jedoch, möglichst wenig Energie zur Gebäudebeheizung zu verbrauchen und die vorhandene Wärme mehrfach zu nutzen. Möglich ist dies mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sie gewährleistet nicht nur den notwendigen Luftaustausch, der zur Erhaltung der Gebäudesubstanz wichtig ist, sondern nutzt auch die Raumwärme aus. Zum Einsatz kamen dezentrale Lüftungsgeräte der Baureihe M-WRG-II E-F aus dem Hause Meltem, mit denen jeweils drei Zweiraum- und zwei Einraumlösungen umgesetzt wurden. Der Zusatz E-F steht für Enthalpiewärmetauscher und Feuchtersensorik.
Wirtschaftliche Zweiraumlösung
Um die benachbart liegenden Räume des Elternschlafzimmers und Bad, Küche und Esszimmer sowie Arbeitszimmer, Bad und Abstellraum auf möglichst effiziente Weise an die Lüftung anbinden zu können, griff man jeweils auf eine Zweiraumlösung bzw. sogar Dreiraumlösung zurück. Dazu wurden die Geräte und die Zuluftzufuhr in Schlafzimmer, Küche und arbeitszimmer angebracht. Die zusätzlich zu entlüftenden Räume, hier die Bäder, Abstellraum und Küche, wurden über Flexrohre an das jeweilige Lüftungsgerät im Nebenraum angeschlossen. Voraussetzung für die Mehrraumlösung mit einem Gerät ist, dass die Räume nebeneinander liegen und es sich um einen Zuluft- und einen bzw. zwei Ablufträume handelt. Zwischen den Zu- und Ablufträumen muss ein Luftverbund bestehen, beispielsweise durch Überströmöffnungen über den Türunterschnitten. Das Lüftungsgerät wird im Zuluftraum installiert, sodass die zugeführte Frischluft direkt in den Raum gelangt. Auf den Abluftbereich des Gerätes wird ein Kanaladapter montiert und ein Flexrohr in den angrenzenden Abluftraum geführt. Hier wird dann die verbrauchte Luft abgesaugt. Die Strecke zwischen Gerät und Abluftraum darf jedoch nicht mehr als 10 m betragen. Gegebenenfalls auftretende Druckverluste durch Länge des Luftkanals bzw. durch Umlenkungen sind durch Erhöhung des Luftvolumenstromes auszugleichen. Das Lüftungsgerät wird bei dieser Lösung mit einem Volumenstrom von 30 bis 40m³/h betrieben, um eine ausreichende Be- und Entlüftung sicherzustellen. Die Zuordnung Zuluft-/ Abluftraum ist dabei eindeutig festgelegt.
Damit ist die von der DIN 1946-6 geforderte Luftwechselrate auch während der Abwesenheit der Bewohner sichergestellt. Die Bilderfolge erläutert die Vorgehensweise bei der Wandintegrierten Installation U² der M-WRG-II-Geräte von Meltem mit Kanalanschluss und getrennten Zu- und Ablufträumen. Die Lüftungsauslässe für den Zu- und Abluftstrom sind jeweils als Tellerventile im Deckenbereich ausgeführt.
So gelingt der Einbau
1. Bereits während der Bauphase werden die Flexrohre für die Zu- und Abluft in der Deckenkonstruktion verlegt.
2. Auch in der Dachschräge erfolgt die Verlegung innerhalb von Wand und Decke.
3. Zur Erstellung der Außen- und Fortluftöffnung nach draußen werden innerhalb der Fassade Kernlochbohrungen mit einem Topfbohrer vorgenommen. Gebohrt wird mit einem Gefälle zur Außenseite von mind. 2°, um anfallendes Kondensat später über die Lüftungsrohre sicher ausbringen zu können. Während des Bohrens wird der Mauerstaub kontinuierlich abgesaugt, sodass kaum Schmutz entsteht. Die entstandenen Wanddurchbrüche sind sauber und im Durchmesser so bemessen, dass die Lüftungsrohre später exakt eingesetzt werden können.
4. Mit Hilfe der Einbauschablone werden die Lüftungsrohre in die Kernbohrungen eingebracht. Verbleibende, minimale Zwischenräume erhalten eine Abdichtung. Die Löcher zur späteren Anbringung des Fassadenabschlusses werden mittels Wasserwaage ausgerichtet.
5. Anbringung des Fassadenabschlusses.
6. Das Lüftungsgerät wird in den zuvor bauseits eingebauten Mauerkasten eingesetzt und der elektrische Anschluss von einer Fachfirma durchgeführt.
7. Nach Aufsetzen des Gerätedeckels und der Wandabdeckung ist die Installation an der Wandinnenseite abgeschlossen.
8. Innerhalb der Räume erfolgt das Ein- und Ausbringen der Zu- und Abluft durch formschöne Designventile im Deckenbereich.
9. Die Öffnungen für Außenluftansaugung und Fortluftausbringung werden durch Fassadenabschlüsse gegen äußere Einflüsse abgedeckt, ermöglichen aber immer eine funktionsfähige Lüftung ohne Luftkurzschluss. Die Länge der Lüftungsrohre sind dabei dem jeweiligen Fassadenabschluss anzupassen. Die Fassadenabschlüsse selbst sind in nahezu allen RAL-Sonderfarben erhältlich.
Fazit
Am Beispiel des Einfamilienhauses lassen sich die einzelnen Schritte für die Installation von dezentralen Lüftungsanlagen leicht nachvollziehen. Die einfache Installation und große Bandbreite an Gerätetypen und Einbauvarianten erlauben die Realisierung individueller Lüftungslösungen. Neben einer Reduzierung der Heizkosten tragen die Komfortlüftungsgeräte auch zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Luftqualität in den Räumen und zum optimalen Bautenschutz bei.
Fotos: Meltem, Alling
