App-gesteuerte Komfortlüftungen

Wohnanlage in Mühldorf am Inn

Stiftung Ecksberg setzt auf zentrale Steuerung und Mehrraumlösung von Meltem

Die Stiftung Ecksberg befasst sich seit über 150 Jahren mit der Betreuung von Menschen mit Behinderung. 2024 wurde ein neues Wohnheim fertiggestellt, in dem per App gesteuerte Komfortlüftungsgeräte von Meltem rund um die Uhr für ein gesundes Raumklima sorgen. 

 

Förderung und Unterstützung
Die Stiftung Ecksberg in Mühldorf am Inn kann auf ein über 150-jähriges Bestehen zurückblicken. Sie ist damit die älteste Einrichtung für Menschen mit geistiger, körperlicher und seelischer Behinderung in Bayern und gleichzeitig die älteste katholische Behinderteneinrichtung in Deutschland. 1852 übernahm Priester Joseph Probst die Betreuung von sechs behinderten Kindern in Ecksberg und bezog mit ihnen das leerstehende Benefiziatenhaus. Zur Unterstützung wurde eigens ein Verein ins Leben gerufen, der zeitweise bis zu 10.000 Mitglieder hatte. 1884, im Todesjahr des Gründers, betreute die Einrichtung bereits 200 Personen, mit wachsender Tendenz. Zum Erliegen kam der Betrieb jedoch während der NS-Diktatur. Während dieser Zeit kam ein Großteil der Bewohner infolge der Politik der Machthaber ums Leben. Die Stiftungsgebäude dienten als Hilfslazarett und nach Kriegsende dann zur Unterbringung der Insassen des befreiten KZ Mettenheim. 

Im Jahre 1949 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Bis heute hat sich die Stiftung die Betreuung und Förderung von Menschen mit Beeinträchtigungen auf die Fahne geschrieben. 

Zeitgemäßes Wohnen mit individueller Betreuung

Eine neue, moderne Wohnanlage mit drei Gebäuden entstand vor kurzem in Mühldorf am Inn. Auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes der Stiftung wurde das Haus Joseph errichtet, benannt nach dem Gründer Joseph Probst.

Es bietet Platz für 81 ständige Bewohner, die in neun Wohngruppen leben. Die Planung des Gebäudes lag in den Händen von Herbert Friedl (Architekt der Stiftung Ecksberg) und Wohnbereichsleiter Josef Kammergruber. Haus Joseph besteht aus drei einzelnen Gebäudetrakten, die durch Gebäuderiegel miteinander verbunden sind, in denen sich die Treppenhäuser und die Aufzüge befinden. Drei Geschosse bieten jeweils Platz für drei Wohneinheiten mit je neun Bewohnern. Jeder Bewohner verfügt über ein privates Zimmer mit eigenem Bad.

 

Darüber hinaus gibt es auf jeder Etage Gemeinschaftsräume zum Essen und Wohnen, eine Küche sowie Büros und Verwaltungsräume. Die Beheizung des Gebäudes läuft über ein Nahwärmesystem, welches überwiegend von einer Hackschnitzelheizung gespeist wird. Die Beheizung der Räume erfolgt über Fußbodenheizung.

Bei der Planung mussten die Standards der DIN 18040 zur Barrierefreiheit sowie die Heimmindestbauverordnung eingehalten werden. Eine wichtige Rolle spielte zudem die DIN 1946-6 zur Einhaltung der Mindestluftwechselrate. In diesem Zusammenhang kam es darauf an, eine automatische Be- und Entlüftung zu ermöglichen, um einerseits Feuchteschäden durch zu hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden und gleichzeitig einen entsprechenden Komfort zu erzielen. Zum Einsatz kam daher eine Lüftungslösung von Meltem, bei dem die Geräte in den Wohneinheiten installiert und per App gesteuert werden.

 

Insgesamt wurden 127 Geräte der Bauart M-WRG-II-E-F in den Wohneinheiten, Wasch- und Sozialräumen eingebaut. In der Wohnanlage wurden die Komfortlüftungen als Mehrraumlösung konzipiert, bei der gleichzeitig Zu- und Abluft in den einzelnen Räumen gewährleistet wird.

Raffinierte Geräteverteilung in jedem zweiten Bad 

Jede Wohneinheit besteht aus einem Wohn- und Schlafbereich sowie einem Badezimmer. Dabei fungieren die Badezimmer als Abluft-, die Wohnbereiche als Zulufträume.

Die Komfortlüftungsgeräte sollten in den Bädern eingebaut werden. Jedoch befindet sich nur in jeder zweiten Wohneinheit das Bad an der Außenseite des Gebäudes. Da die Lüftungsgeräte aber in der Außenwand zu installieren sind, wurden einfach in jedem außenseitigen Bad zwei Geräte eingebaut. Jedes zweite Gerät ist nun für die Be- und Entlüftung der benachbarten Wohneinheit zuständig. Die Luftführung erfolgt mittels Flexohren, die unter den abgehängten Decken verlaufen. Von einem der beiden Geräte verlaufen diese Leitungen innerhalb der gleichen Wohneinheit, von dem anderen Gerät verlaufen die Leitungen in die benachbarte Wohneinheit.

 

Wirtschaftliche und intelligente Mehrraumlösung
Im Haus Joseph wurde bei der Lüftungsanlage eine effiziente Mehrraumlösung umgesetzt. Dies bedeutet, dass mit jeweils nur einem dezentralen Lüftungsgerät mehrere Räume innerhalb einer Wohneinheit versorgt werden.

Voraussetzung dafür ist, dass die Räume nebeneinander liegen und es sich um einen Zuluft- und einen Abluftraum handelt. In diesem Fall der Wohnbereich und das Badezimmer. Zwischen beiden Räumen muss ein Luftverbund bestehen, beispielsweise durch unverschließbare Überströmöffnungen in den Türen. Die zugeführte Frischluft gelangt in den Zuluftraum (hier der Wohnbereich). Die verbrauchte Abluft wird dann im Bad über die Flexrohrleitungen vom Lüftungsgerät abgesaugt. Die Strecke zwischen Gerät und Abluftraum darf jedoch nicht mehr als 10 m betragen.

Komfortable Steuerung per App
Sämtliche 127 Lüftungsgeräte lassen sich über ein einziges Endgerät mit der Meltem-App steuern. Dabei kann die Einstellung bei Bedarf für jede Wohneinheit individuell erfolgen. Die Ansprache der Geräte erfolgt über insgesamt 18 Gateways.

 

Um die Funkverbindung in jedem Falle sicherzustellen, wurden pro Wohnabschnitt zwei Gateways installiert, an die jeweils 6 bis 8 Geräte angeschlossen wurden. Diese Vorgehensweise wurde aufgrund des Innenausbaus mit Metallständerkonstruktion notwendig. Metall mindert die Reichweite elektronischer Signale. Ohne einen solchen Einfluss lassen sich pro Gateway bis zu 15 Geräte in die App integrieren.

 

Fazit
Die stationäre Wohnanlage für Menschen mit geistiger Behinderung, das Haus Joseph der Stiftung Ecksberg, beweist, dass dezentrale Raumlüftungslösungen mit Wärmerückgewinnung inzwischen ein fester Bestandteil der modernen Gebäudeausstattung geworden sind. Ihre einfache Installation und die objektbezogene Auslegung erlauben eine größtmögliche Anpassung. Selbst Speziallösungen wie der in Mühldorf am Inn umgesetzte Einbau von zwei Geräten nebeneinander zur Versorgung von je zwei Wohneinheiten sind realisierbar. Neben einer Reduzierung der Heizkosten tragen Lüftungsgeräte von Meltem zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Innenraumluftqualität und damit zu einer Erhöhung des Wohlbefindens auch bei nahezu ständigem Aufenthalt im Gebäudeinneren bei.